Hormonelle Akne und Pickel durch Hormone sind nicht dasselbe. Beim ersten handelt es sich um eine Hautkrankheit, das zweite stellt lediglich ein Hautproblem dar. Dennoch ist beides durch die gleiche Ursache bedingt — nämlich durch das Zusammenspiel der Hormone Progesteron, Östrogen und Testosteron. In diesem Artikel erfährst Du den Unterschied zwischen diesen zwei Hautzuständen, die Ursachen und Symptome, wie sich Dein Hautbild im Laufe des Zyklus verändert und wie Du durch die optimale Behandlung Deine Hautpflege für jede Phase anpasst.
Sind Pickel durch Hormone gleich eine hormonell bedingte Akne?
Nein, es gibt da ganz klar eine Unterscheidung. Akne ist eine Hautkrankheit, die ausschließlich von einem Hautarzt oder einer Hautärztin diagnostiziert werden kann. Die Bezeichnung hormonelle Akne bezieht sich nicht auf eine spezielle Form von Akne wie es etwa bei Fungal Akne, Akne inversa oder Akne conglobata der Fall ist — vielmehr steht hier die hormonelle Ursache als Auslöser im Mittelpunkt.
Symptome und Ursachen einer hormonellen Akne
Als Auslöser kommen einerseits hormonelle Schwankungen während der Pubertät in Frage, von denen auch vermehrt junge Männer betroffen sind. Andererseits spielt der weibliche Zyklus eine zentrale Rolle, ebenso wie Schwangerschaft oder Wechseljahre. Zudem kann das Absetzen der Anti-Baby-Pille die Haut einer Frau kurzzeitig drastisch verschlechtern.
Hormone sind Botenstoffe, welche über das Blut Informationen im ganzen Körper verteilen. Jeder Körper hat sowohl weibliche Hormone (Östrogene und Gestagene) als auch männliche Hormone (Androgene) — wenn auch in unterschiedlicher Menge.
Generell verschlechtert sich das Hautbild vieler Frauen während der Lutealphase. Typisch für diese Form ist die Lokalisation: Oft treten Pickel, Entzündungen und Mitesser vor allem in der unteren Gesichtshälfte auf — im Kinnbereich, in der Kieferpartie und am Halsanfang. Aber auch hormonelle Akne am Rücken oder auf der Brust ist weit verbreitet.
So unterscheidet sich Männerhaut von Frauenhaut
Hormone werden in der Hirnanhangdrüse produziert und nehmen Einfluss auf die Talg- und Hornzellenproduktion, welche maßgeblich für unsere kurzfristige Hautbeschaffenheit verantwortlich ist. Während sich der Hormonspiegel bei Männern nach der Pubertät üblicherweise einpendelt, scheint dies bei Frauen nicht der Fall zu sein. Von der Zahl der Erwachsenen, die weiterhin mit Akne zu kämpfen haben, sind ca. 80 Prozent Frauen — zurückzuführen auf Menstruation, Schwangerschaften und Wechseljahre, welche allesamt hormongesteuert ablaufen. Umso wichtiger ist es, die Hautpflege im Menstruationszyklus bewusst anzupassen.
Wie sich Hormone in den verschiedenen Zyklusphasen auf Dein Hautbild auswirken
Die zwei wichtigsten Rollen übernehmen die Hormone Östrogen und Progesteron, deren Zusammenspiel in enger Wechselwirkung mit unserem Hautbild steht. Der Zyklus unterteilt sich in 4 Phasen: die Menstruationsphase, die Follikelphase, die Ovulationsphase und die Lutealphase — ein Prozess, der durchschnittlich 28 Tage überdauert.
Die Periode (Tag 1–5)
Die erste Zyklusphase beginnt mit dem ersten Tag der Periode und überdauert durchschnittlich 5 Tage. Die Sexualhormone sinken, der Östrogen-Spiegel ist sehr niedrig. Das resultiert in Energielosigkeit und Müdigkeit. Für die Haut wirkt sich diese Hormonkonzentration in Trockenheit aus — es mangelt an Feuchtigkeit und Spannung. Durch die niedrige Talgproduktion entstehen zwar keine neuen Pickel, aber die Haut ist sehr sensibel und wirkt matt und fahl.
Hautpflege-Tipp: Gönne Deiner Haut in dieser Phase extra Aufmerksamkeit mit milden Reinigungsprodukten und vor allem mit einer bewährten Feuchtigkeitspflege auf Hyaluron-Basis.
Die Follikelphase (Tag 6–12)
In der Follikelphase bereitet sich der Körper auf die Befruchtung vor. Dafür braucht es Östrogene — und die sind echte Wundermittel für die Haut. Sie wirken positiv auf die Produktion von Elastin und Kollagen, sorgen für Elastizität, Feuchtigkeit und Geschmeidigkeit und halten die Talgproduktion gering. Das Hautbild ist in dieser Phase am reinsten.
Hautpflege-Tipp: Unterstütze Deine Haut mit reinigenden Masken und Peelings, die abgestorbene Hautschüppchen schonend entfernen. Die Haut ist jetzt bereit für die nächste Phase.
Die Ovulationsphase (Tag 13–16)
In der Ovulationsphase erreicht das Östrogen seinen Höhepunkt — dazu kommt ein zweites Hormon: das Progesteron. Es hemmt den Kollagen-Abbau und beschert uns ein pralles, straffes Bindegewebe, weil Feuchtigkeit gut gespeichert werden kann.
Hautpflege-Tipp: Das Zusammenspiel beider Hormone sorgt für einzigartigen Glow. Über aufwendige Pflege musst Du Dir jetzt keine Gedanken machen. Die Kollagenproduktion kann aber nicht nur durch Hormone, sondern auch durch Microneedling angeregt werden.
Die Lutealphase (Tag 19–28)
Leider hält dieser Glow nicht ewig an. In der Lutealphase erreicht der Testosteronspiegel der Frau seinen Höchstwert und Östrogene werden rapide abgebaut. Die Talgproduktion steigt an, die Haut fettet und Poren verstopfen. Dazu kommt, dass der natürliche Säureschutzmantel empfindlicher ist und die leicht erhöhte Körpertemperatur optimalen Nährboden für Bakterien bietet. Die Haut gerät ins Ungleichgewicht — es entstehen Unreinheiten und ein fahler Teint. Hier beginnen die sogenannten „Periodenpickel" zu sprießen.
Hautpflege-Tipp: Jetzt heißt es gründlich reinigen — aber mit pH-neutralen Reinigungsprodukten, um den natürlichen Hautschutz nicht anzugreifen. Auch ein Konjac Schwamm eignet sich perfekt — besonders der schwarze mit Aktivkohle absorbiert überschüssigen Talg.
Kaum ist die vierte Phase vorbei, beginnt der ganze Prozess von vorne. Das Hormonspiel befindet sich also in konstanter Veränderung und beeinflusst dadurch maßgeblich die Bedürfnisse der Haut. Wichtig ist deshalb, dass wir die Prozesse unseres Körpers verstehen, um richtig auf sie reagieren zu können.
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Hier kommt es noch zu hormoneller Akne
Während der Pubertät kommt es bei ca. 80 Prozent der Jugendlichen zu einer herkömmlichen Form von Akne (Akne vulgaris). Junge Männer sind häufiger betroffen, weil bei ihnen die männlichen Androgene (Testosteron) in dieser Lebensphase auf Hochtouren produziert werden. Bei Frauen kommt es vor allem in folgenden 3 Fällen zu hormoneller Akne:
Hormonelle Akne nach dem Absetzen der Pille
In manchen Fällen kann eine hormonelle Akne nach dem Absetzen der Pille entstehen. Der Hormonhaushalt gerät durch das Absetzen des Verhütungsmittels komplett durcheinander. Bis der Körper die Hormone wieder ins Gleichgewicht bringen kann, vergehen oft Monate. Danach kann die hormonell bedingte Akne wieder ganz von selbst verschwinden.
Während der Schwangerschaft und in den Wechseljahren
Auch während einer Schwangerschaft kann aus wenigen hormonell bedingten Pickeln eine Form von Akne entstehen — weil die Hormonproduktion in dieser Zeit auf Hochtouren läuft und nicht nur mehr weibliche, sondern auch mehr männliche Hormone produziert werden. Diese Akne verschwindet in der Regel nach der Schwangerschaft wieder.
In den Wechseljahren dagegen werden weniger Östrogen und Progesteron produziert. Durch das Ungleichgewicht an weiblichen und männlichen Hormonen kann es auch hier zu hormoneller Akne kommen.
Beim PCO-Syndrom
Das Polyzystische Ovar-Syndrom (PCO-Syndrom) kann ebenfalls der Grund für hormonelle Akne sein — als ein Symptom dieser Erkrankung. Weitere Symptome sind eine unregelmäßige Periode, Zysten in den Eierstöcken, zu viele männliche Hormone oder stärkere Körperbehaarung. Eine Diagnose kann hier nur ein Arzt oder eine Ärztin stellen — bei Verdacht sollte man das schnellstmöglich abklären lassen.
So kannst Du hormonelle Akne behandeln
Hormonelle Akne kann man entweder mithilfe von Hautpflege oder — je nach Schweregrad — auch mit Medikamenten gut behandeln. Eine natürliche Alternative, um die Hormone wieder ins Gleichgewicht zu bringen, ist Mönchspfeffer. Diese Pflanze hilft gegen PMS-Symptome, aber auch gegen hormonelle Pickel, weil sie den Hormonhaushalt ausgleicht. Mönchspfeffer sollte über mehrere Wochen bis Monate eingenommen und dann wieder abgesetzt werden.
Mit der richtigen Hautpflege
Die richtige Hautpflege ist das A und O. Vor allem bei Akne ist eine milde Reinigung sehr wichtig, weil zu starkes Austrocknen und Reizen der Haut leider zu noch mehr Unreinheiten führen kann. Bei hormonell bedingten Pickeln oder Akne handelt es sich oft um unterirdische Pickel, die vermehrt im Kinn- und Kieferbereich vorkommen. Diese Wirkstoffe helfen wirklich:
- Vitamin C: Hochkonzentriert ist dieses Antioxidans wirksam gegen unreine Haut und Akne. Vitamin C stärkt die Hautschutzbarriere und verhindert so das Eindringen von Bakterien.
- Retinol und Bakuchiol: Beide dringen tief in die Haut ein und helfen gegen tieferliegende Pickel und Unreinheiten. Bakuchiol ist die verträglichere Alternative zu Retinol.
- Glykolsäure: Befreit die Haut sanft, aber effektiv von abgestorbenen Hautzellen und löst Verhornungen.
- Salicylsäure (BHA): Löst Verhornungsstörungen und hilft besonders bei entzündlichen Hautzuständen wie Pickeln oder Akne.
- Benzoylperoxid: Absoluter Go-to-Wirkstoff gegen Pickel und Akne — bitte immer nur punktuell, nicht großflächig auftragen.
- Azelainsäure: Setzt bei der Verhornungsstörung der Haut an, sodass Talg besser abfließen kann und Poren nicht mehr so leicht verstopfen.
Medikamente einnehmen gegen hormonell bedingte Akne
Bei einer schwereren Form von hormoneller Akne muss man manchmal zu Medikamenten greifen. Die Anti-Baby-Pille kann das Hautbild verbessern, jedoch ist das Problem damit nur aufgeschoben — viele Frauen leiden nach dem Absetzen erneut unter unreiner Haut.
Ein weiteres Medikament ist Spironolacton — ein Androgen-Blocker, der die Produktion männlicher Hormone verlangsamt. Diese Studie benennt die Blockierung des Androgenrezeptors als wichtiges Element im Kampf gegen schwere Akne. Dieses Medikament muss vom Hautarzt verschrieben werden.
Isotretinoin wird ebenfalls gegen mehrere Formen von Akne verschrieben. Dieser Wirkstoff hemmt die Talgproduktion, trocknet die Haut jedoch sehr stark aus und hat weitere Nebenwirkungen, die mit dem Dermatologen des Vertrauens abgewägt werden sollten.
Diese Hautpflege-Tipps und Wirkstoffe helfen wirklich bei hormoneller Akne
Ob es sich nun um hormonelle Pickel oder hormonelle Akne handelt — beides ist lästig und kann schmerzen. Bis zu einem gewissen Grad sind wir unseren Hormonen ausgeliefert. Mit den richtigen Wirkstoffen und einer an den Zyklus angepassten Pflege lassen sich Unreinheiten und Entzündungen aber sehr gut in den Griff bekommen.
