Pigmentflecken und was man dagegen tun kann – Rund 90 % aller Deutschen haben eine Form von Pigmentveränderung ihrer Haut. Bei der sogenannten Hyperpigmentierung handelt es sich um eine verstärkte Färbung, die sich durch bräunliche, rötliche oder ockerfarbene Male auf der Haut zeigt. Häufig sind Körperregionen betroffen, die dem Sonnenlicht besonders ausgesetzt sind — also vor allem Gesicht, Dekolleté und Hände. Was genau hinter den braunen Flecken steckt und wie Du unliebsame Pigmentflecken wieder los wirst, erfährst Du jetzt.
Pigmentflecken entfernen – so wirst Du sie los
Vorab ist wichtig zu wissen, dass nicht jede Art von Hyperpigmentierung einfach durch Heimpflege entfernt werden kann. Gerade bei genetischer Veranlagung sind die Möglichkeiten oft sehr beschränkt. Sind die Pigmentflecken jedoch im Laufe der Zeit oder zum Beispiel direkt nach dem Urlaub entstanden, stehen die Chancen sehr gut, dass Du die unliebsamen Verfärbungen durch die folgenden Tipps schnell wieder los wirst.
Sonnenschutz
Die Grundlage für alle Arten der Pigmentfleckenbehandlung ist ein guter Sonnenschutz. Schutz vor UV-Strahlung — speziell der blauen — ist die effektivste Methode, um der Entstehung von Hyperpigmentierungen vorzubeugen. Alles was Du an Behandlungen probierst, wird ohne vernünftigen Sonnenschutz deutlich weniger wirksam sein und die Ergebnisse sind nur von kurzer Dauer. Entscheide Dich für moderne, verträgliche UV-Filter wie Eisenoxide und Tinosorb M und achte neben dem hohen LSF (schützt vor UVB-Strahlung) auch auf einen hohen PPD-Wert (schützt vor UVA-Strahlung).
Vitamin C gegen Pigmentflecken
Vitamin C, auch bekannt als Ascorbic Acid, ist einer der beliebtesten und gleichzeitig effektivsten Wirkstoffe gegen Pigmentflecken. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass dies nicht für jede Form des Vitamin C gilt — viele Derivate liefern nicht die gewünschte Wirkung. Wir empfehlen entweder reine Ascorbinsäure oder Ethyl Ascorbic Acid (EAC). Ascorbinsäure ist die am besten wissenschaftlich erforschte Vitamin-C-Form, jedoch extrem instabil. EAC muss im Gegensatz zu anderen Derivaten nicht erst umgewandelt werden, sondern kann direkt wirken. In Studien zeigte EAC eine besonders starke Wirkung bei der Behandlung von Pigmentflecken — und ist in höheren Konzentrationen gleichermaßen stabil sowie hautverträglich. Wir von FACES OF FEY haben uns deshalb für 20 % EAC entschieden. Dieser Wirkstoff regt die Kollagenbildung an und fördert den Abbau des überschüssigen Melanins, welches den Pigmentflecken ihre Färbung verleiht.
Microneedling gegen Pigmentflecken
Um Wirkstoffe wie Vitamin C besser in die Haut zu penetrieren und ihre Wirkung zu steigern, empfiehlt sich Microneedling. Ein Dermaroller kann dazu beitragen, vorhandene Hyperpigmentierungen zu reduzieren oder vollständig zu entfernen. Beim Microneedling werden mithilfe kleinster Nadeln Mikroverletzungen in die Haut gestochen, die die Bildung von neuem Bindegewebe und Kollagen anregen. Durch den angekurbelten Hauterneuerungsprozess werden die Hyperpigmentierungen nach und nach weniger.
- Nadellänge: Je nach Körperregion 0,5 mm bis 0,75 mm; für das Gesicht empfehlen wir 0,25 mm
- Wirkstoff: Vitamin C, speziell Ethyl Ascorbic Acid
- Häufigkeit: Je nach Nadellänge
Chemische Peelings gegen Pigmentflecken
Chemische Peelings tragen dazu bei, die Außenschicht der Oberhaut mit Hilfe von Säure zu entfernen. Dabei wird zudem die Bildung neuer Hautzellen angeregt und der Teint erscheint ebenmäßiger. Hierbei können klassische Peelings mit AHA oder BHA verwendet werden, aber auch Treatments mit Azelainsäure tragen zu diesem Schälprozess bei. Azelainsäure ist deutlich verträglicher als beispielsweise Retinol und kann auch in der Schwangerschaft verwendet werden. Sie unterstützt zudem die Haut bei der Regeneration nach Entzündungen, mindert Rötungen und wirkt antioxidativ.
Kälte-Therapie
Bei dieser Therapie wird die Oberfläche der Haut mit flüssigem Stickstoff vereist, sodass sie abstirbt. Bei der Kryotherapie wird die Haut mit Temperaturen bis zu minus 180 °C gekühlt. Vorteil der Kältebehandlung ist eine nahezu schmerzfreie Anwendung und der Sofort-Effekt auf der Haut. Im Gegensatz zum Laser, der nur bei möglichst heller Haut — also in den Wintermonaten — verwendet werden sollte, kann die Kälte-Therapie auch im Sommer durchgeführt werden.
Laserbehandlung gegen Pigmentflecken
Diese Methode eignet sich vor allem für tiefer gelegene Hyperpigmentierungen. Beim Pigmentflecken-Lasern zerstört der Laserstrahl zielgenau die Pigmentansammlungen, welche im Nachhinein von den Immunzellen abtransportiert werden. Wie oft die Lasertherapie wiederholt werden muss, hängt von der Hautdicke und individuellen Wünschen ab.
Pigmentflecken Hausmittel – Pigmentflecken mit Backpulver entfernen?
Wie bei fast allen Hautzuständen gibt es auch gegen Pigmentflecken zahlreiche Hausmittelchen aus Online-Foren — bei Pigmentflecken meist Backpulver oder Zitronensaft. Hierzu können wir Dir nur eindringlich empfehlen, von solchen Methoden Abstand zu nehmen. Diese Mittel sind viel zu aggressiv und unkontrollierbar. Die Gefahr, Deine Haut nachhaltig zu verletzen und den Zustand zu verschlimmern, ist deutlich größer als die Wahrscheinlichkeit, durch solche Praktiken tatsächlich Erfolge zu erzielen.
Wie entstehen Pigmentflecken?
Pigmentflecken entstehen häufig an Körperstellen, die regelmäßig dem Sonnenlicht ausgesetzt sind. Dabei kommt es zu einer übermäßigen Bildung des Hautfarbstoffs Melanin. Dieser wird in den sogenannten Melanozyten produziert und sorgt für die Bräunung der Haut. Tritt diese Bräunung ungleichmäßig oder an einigen Stellen übermäßig auf, entsteht ein Pigmentfleck. Die häufigsten Gründe sind Sonnenlicht und UV-Strahlung, hormonelle Veränderungen, fehlender oder zu geringer Lichtschutz, Duftstoffe in Kosmetika in Verbindung mit UV-Licht sowie bestimmte Erkrankungen und Medikamente.
Welche Arten von Hyperpigmentierung gibt es?
Pigmentfleck ist die allgemeine Bezeichnung für eine stellenweise dunkle Verfärbung der Haut. Die Ursachen können vielseitig sein — ein Hauptfaktor für die Entstehung ist UV-Strahlung.
Sommersprossen sind viele kleine, meist goldbraune Pigmentflecken, die vermehrt im Sommer auftreten. Die Veranlagung ist genetisch bedingt. Durch Sonnenlicht entfalten sie sich besonders im Gesicht, an Armen oder den Schultern.
Altersflecken sind Pigmentflecken, die vermehrt im Alter auftreten. Sie entstehen an Stellen, die viel und häufig dem Sonnenlicht ausgesetzt waren — vor allem im Gesicht, an den Armen und besonders an den Händen.
Melasma ist eine Form der Hyperpigmentierung, die häufig bei Frauen in und nach der Schwangerschaft — meist im Gesicht — auftritt. Auch andere hormonelle Veränderungen wie die Einnahme oder das Absetzen der Pille können verantwortlich sein.
Pickelmale sind vorübergehende Hyperpigmentierungen, die meist rot oder braun sind und an der Stelle entstehen, an der sich zuvor ein entzündeter Pickel befunden hat. Hier kannst Du mehr über Pickelmale erfahren.
Naevi — besser bekannt als Muttermale oder Leberflecken — sind eine Sonderform der Hyperpigmentierung, da hier nicht nur eine Pigmentveränderung, sondern auch eine Gewebeveränderung vorliegt. Deshalb sollten diese niemals selbst behandelt, sondern immer mit einem Hautarzt besprochen werden.
Vitiligo ist die sogenannte Weißfleckenkrankheit — im Grunde das Gegenteil zu klassischen Pigmentflecken. Hier wird nicht zu viel Melanin produziert, sondern zu wenig, sodass sehr helle Stellen auf der Haut entstehen. Als Ursache wird bislang ein vererbbarer genetischer Defekt vermutet.
Sind Pigmentflecken gefährlich?
Nein, grundsätzlich sind Pigmentflecken nicht gefährlich und müssen aus medizinischer Sicht nicht entfernt werden. In Ausnahmefällen können Pigmentflecken — speziell Muttermale oder Leberflecken — auf Hautkrebs hinweisen, weshalb sie beim regelmäßigen Vorsorge-Check beim Hautarzt kontrolliert werden sollten. Du kannst die meist harmlosen Flecken auch selbst im Auge behalten, indem Du die ABCDE-Regel anwendest:
- A – Asymmetrie: Eine unsymmetrische Form des Flecks kann auf Melanome hinweisen.
- B – Begrenzung: Auslaufen des Pigmentmals an den Rändern sollte kontrolliert werden.
- C – Colour (Farbe): Flecken mit dunklen und hellen Farbabstufungen sollten beobachtet werden.
- D – Durchmesser: Flecken über zwei Millimeter Durchmesser sollten regelmäßig geprüft werden.
- E – Evolution: Veränderungen des Pigmentmals in kurzer Zeit bieten Grund zur Beobachtung.
Pigmentflecken vorbeugen – was man selbst tun kann
Bei genetischer oder hormoneller Veranlagung sind die eigenen Maßnahmen leider sehr eingeschränkt. Jedoch kann ausreichend Schutz vor UV-Strahlung dazu beitragen, die Entstehung neuer Pigmentflecken zu verhindern. UV-Filter wie Eisenoxide und Tinosorb M bieten besonders guten Schutz gegen blaues UV-Licht, das häufig im Zusammenhang mit Pigmentstörungen vermutet wird. Um einen Lichtschutzfaktor leichter in den Alltag zu integrieren, eignet sich eine Tagescreme mit SPF, die Du jeden Morgen aufträgst. Außerdem empfiehlt es sich auf duftstofffreie Hautpflege zurückzugreifen und Parfum nicht direkt auf die Haut, sondern auf die Kleidung zu sprühen.
