Reibeisenhaut (Keratosis pilaris) ist weit verbreitet und verursacht kleine Erhebungen auf der Haut, die den Betroffenen oft unangenehm sind. Die Hautveränderung ist nicht ansteckend und tritt häufig bereits im Kindesalter auf. Egal ob Reibeisenhaut an den Beinen, am Oberarm oder im Gesicht — es gibt zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten. Wir zeigen Dir 5 Tipps, wie Du Reibeisenhaut endlich loswirst.
Was ist Reibeisenhaut (Keratosis pilaris)?
Reibeisenhaut ist der umgangssprachliche Begriff für Keratosis pilaris. Der Name kommt daher, dass die betroffene Haut oft sehr rau ist. Andere Namen für diese Hautveränderung sind Lichen Pilaris oder Follikelkeratose.
Keratosis pilaris tritt bei vielen Menschen bereits im Kindesalter auf und ist eine dauerhafte Erkrankung der Haarfollikel. Genauer gesagt handelt es sich um eine Verhornungsstörung: Es lagert sich zu viel Keratin ab, was den Follikel verstopft. Dadurch kommt es zu einer Verdickung des umliegenden Gewebes, Keratin wird in Form von Hornpfröpfen in die Haut eingeschlossen und die Haut verhornt. Vom Aussehen her ähnelt Keratosis pilaris zwar einer Gänsehaut — doch das ist nicht dasselbe.
Gänsehaut ist nicht dasselbe wie Reibeisenhaut. Gänsehaut entsteht, wenn sich durch Kälte oder Angst die Haarfollikel aufstellen — und verschwindet nach kurzer Zeit wieder.
Keratin ist ein Eiweiß, das die Haut und das umliegende Gewebe stabilisiert. Es ist der Grundstoff unserer Haare und Nägel.
Ursachen und Symptome
Am häufigsten betroffen sind die Oberarme, Oberschenkel und das Gesicht. Ob es sich um Keratosis pilaris handelt, lässt sich an folgenden Symptomen erkennen: kleine weiße oder rote Pickelchen, die oft verhärtet sind, raue und unebene Haut sowie ein dauerhafter Zustand.
Die genauen Ursachen für diese Hautveränderung sind nicht immer eindeutig. Wahrscheinlich entsteht Reibeisenhaut durch eine genetische Veranlagung. Äußere Einflüsse können das Bild verstärken — so kann sich der Hautzustand in den Wintermonaten verschlechtern, weil trockene Haut im Winter Verhornungen fördert. Im Sommer verbessert sich Keratosis pilaris normalerweise durch Sonneneinstrahlung und höhere Luftfeuchtigkeit.
Eine Studie zeigt, dass Reibeisenhaut häufig in Verbindung mit anderen Erkrankungen wie Neurodermitis, Ichthyose oder Allergien auftritt. Die gute Nachricht: Reibeisenhaut ist nicht ansteckend und kann gut behandelt werden.
Wo tritt Keratosis pilaris auf?
Reibeisenhaut an den Beinen
Reibeisenhaut an den Beinen — und auch am Po — ist sehr weit verbreitet. Ist die Hautveränderung sehr stark ausgeprägt, sollte unbedingt ein Hautarzt aufgesucht werden.
Keratosis pilaris ist nicht zu verwechseln mit Rasierpickelchen. Letztere treten nur nach der Rasur auf — durch gereizte Haut und Bakterien in kleinen Hautverletzungen.
Reibeisenhaut am Oberarm
Auch an den Oberarmen ist die Hautveränderung sehr weit verbreitet. Normalerweise schmerzen die kleinen Erhebungen nicht. Kratzt man sich dort aber öfter, kann das zu Entzündungen führen — mit roten und entzündeten Pickelchen, die im schlimmsten Fall Narben hinterlassen können.
Reibeisenhaut im Gesicht
Besonders unangenehm ist es oft, wenn Keratosis pilaris im Gesicht auftritt. Diese Form ist jedoch nicht ganz so weit verbreitet wie an den Beinen oder Oberarmen.
Reibeisenhaut im Gesicht ist nicht zu verwechseln mit Fungal Akne. Fungal Akne sieht auf den ersten Blick ähnlich aus, entsteht aber durch einen Pilz auf der Haut.
Wer ist von Reibeisenhaut betroffen?
Sehr oft sind Kinder und Jugendliche betroffen — die Hautveränderung kann bereits im frühen Kindesalter erstmals auftreten. Wissenschaftlich wurde festgestellt, dass vor allem Frauen unter Keratosis pilaris leiden, oft Mädchen und junge Frauen in der Pubertät.
Reibeisenhaut behandeln – Unsere 5 Tipps
Reibeisenhaut ist nicht heilbar — das heißt aber nicht, dass sie nicht behandelbar ist. Das Gegenteil ist der Fall: sie ist sehr gut zu behandeln.
1. Tipp: Die richtige Creme finden
Da die Hautveränderung durch trockene Haut gefördert wird, ist es besonders wichtig der Haut ausreichend Feuchtigkeit zuzuführen. Eine Pflegeroutine zur Behandlung von Keratosis pilaris sollte hornlösend, feuchtigkeitsspendend und rückfettend sein.
Feuchtigkeitscremes oder rückfettende Salben mit aktiven Wirkstoffen können die Symptome lindern. Gute Wirkstoffe sind Salicylsäure (BHA), Milchsäure oder Urea. Wichtig: Die Creme sollte keine Duftstoffe oder andere Zusätze enthalten, da Betroffene darauf allergisch reagieren können. Das Stichwort lautet sowieso Regelmäßigkeit — nur so kann man dauerhaft Verbesserungen sehen. Auch eine Bodylotion mit AHA oder BHA kann gut helfen, da sie einen sanft peelenden Effekt hat.
2. Tipp: Regelmäßige Peelings helfen bei Verhornungen
Unsere absolute Empfehlung bei der Behandlung ist die Verwendung von chemischen Peelings. Chemische Peelings mit AHA oder BHA entfernen die abgestorbenen Hautschüppchen der obersten Hautschicht und helfen — regelmäßig angewendet — dabei, Verhornungen zu lösen. Besonders gut geeignet sind Milch- oder Fruchtsäurepeelings. Bei Reibeisenhaut kommt es durch chemische Peelings übrigens nicht zu einer Erstverschlimmerung — hier sind normalerweise keine tieferliegenden Entzündungen vorhanden. Meersalzpeelings empfehlen wir generell nicht, da die scharfen Kanten der Salzkristalle die Haut verletzen können.
3. Tipp: Bitte nicht — Reibeisenhaut ausdrücken
Kann man die kleinen Erhebungen ausdrücken? Nein — und das sollte man auf keinen Fall machen. Es bringt nichts, die Reibeisenhaut aufzudrücken, denn in den kleinen Erhebungen ist nur ein Hornpfropfen, der sich durch Kratzen und Drücken zu einem Pickel entwickeln kann. Beim Ausdrücken wird die Haut minimal verletzt — gelangen dann Bakterien in die Haut, entzündet sie sich und der Hautzustand verschlimmert sich. Auf lange Sicht ist es viel wirksamer, die Haut ausreichend einzucremen und regelmäßig zu peelen.
4. Tipp: Reibeisenhaut lasern
Eine der wirksamsten Behandlungsmöglichkeiten bei schwerer Keratosis pilaris ist der Laser. Eine Studie zeigt: Die Behandlung mit einem Farbstofflaser zeigte bei allen Patienten nach ein bis vier Sitzungen eine spürbare Verbesserung. Wir würden eine Laserbehandlung aber erst empfehlen, wenn man alle anderen Tipps zuvor ausprobiert hat — und nur bei wirklich schweren Fällen.
5. Tipp: Bei Keratosis pilaris auf die Ernährung achten
Zusätzlich zu den anderen Behandlungsmöglichkeiten kann gesunde Ernährung unterstützend wirken. Da viele Betroffene auch unter anderen Hautkrankheiten oder Allergien leiden, sollte man auf potenzielle Allergieauslöser verzichten — das sind oftmals Gluten, Laktose oder Zitrusfrüchte. Ein Allergietest beim Arzt kann alle Unverträglichkeiten ausschließen. Außerdem ist es sehr wichtig, ausreichend Wasser zu trinken, damit die Haut gut durchfeuchtet bleibt.
Wie wird man Narben von Keratosis pilaris wieder los?
Kratzt man die Reibeisenhaut öfter auf oder drückt an ihr herum, können schlimme Entzündungen entstehen, die leider oft Narben hinterlassen. Vor allem im Gesicht kann das belastend sein.
Abhilfe schafft hier das Microneedling. Mit dem Dermaroller in der Nadellänge 0,25 mm können Narben von Keratosis pilaris im Gesicht sehr gut behandelt werden. Bei tieferen Narben und an den Oberarmen eignet sich die Nadellänge 0,5 mm. Für Narben an den Beinen und am Po sollte man die stärkste Nadellänge 0,75 mm verwenden, weil dort die Haut am dicksten ist.
Reibeisenhaut bei Kindern
Reibeisenhaut ist bei Kindern sehr weit verbreitet — bereits Babys und Kleinkinder im Alter von 2 Jahren können darunter leiden. Da die oben genannten Tipps bei Kindern nicht angewendet werden können, sollte man direkt zum Hautarzt gehen. Dieser stellt eine genaue Diagnose und zeigt weitere Behandlungsmöglichkeiten auf.
Keratosis pilaris ist gut behandelbar
Keratosis pilaris ist zwar nicht heilbar, aber wie unsere fünf Tipps zeigen, sehr gut behandelbar. Es gibt zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten, die Linderung verschaffen können — und mit Konsequenz kann Reibeisenhaut völlig verschwinden.
