„Dermatologisch getestet": Aufmerksame Leser haben ein solches Siegel sicherlich auch schon auf unserer Seite entdeckt. Der Begriff ist in unseren Augen — sowie in denen vieler Kritiker — zu allgemein gefasst, um alleinstehend wirklich aussagekräftig zu sein. Deshalb empfinden wir es als essenziell, transparent und skeptisch zu differenzieren, was dieses Siegel aussagen kann und wozu es nicht aussagekräftig genug ist.
Wozu sind Gütesiegel wie „dermatologisch getestet" gut?
Gütesiegel und Vergleichstests bieten Konsumenten seit Jahren Anhaltspunkte und Orientierung beim Produktvergleich. Ob Bio-, Fairtrade- oder Energiesparlabel — sie alle verbindet der Anspruch, den Verbraucher bei der objektiven Einschätzung eines Produkts zu unterstützen. Grundbaustein für diese Voraussetzung ist Vertrauen in genau diese Objektivität.
Bei Kosmetik ist es vor allem der Begriff „Dermatologisch getestet", der für Nachvollziehbarkeit stehen soll. Dieser scheint in der überwältigenden Masse an Angeboten mitunter wie ein wegweisender Bekannter. Sobald das Siegel allerdings Teil dieser undifferenzierbaren Masse wird, liegt der Vorwurf nahe, dass es nicht länger als Alleinstellungsmerkmal für Qualität, sondern vielmehr als Mittel für Werbung wahrgenommen wird.
Was sind Epikutantests und wie unterscheiden sie sich?
Derma- oder Epikutantests sind Verträglichkeitstests, die anhand verschiedener Methoden ermitteln, ob Produkte Hautreaktionen auslösen. Wird dieser Test durchgeführt, zieht er häufig den Ausdruck „dermatologisch getestet" nach sich — ob das Ergebnis dabei mit oder ohne negative Auswirkungen ausfiel, spielt für diese Bezeichnung keine Rolle.
Der Begriff „dermatologisch getestet" ist nicht geschützt und kann daher nicht als Indiz für ein bestimmtes Testverfahren gesehen werden. Grundsätzlich gilt er, sobald jeglicher frei wählbare Verträglichkeitstest unter dermatologischer Kontrolle durchgeführt wurde. Epikutantests können in ihrem Aufbau gänzlich unterschiedlich gestaltet sein — sie variieren in Testdauer, Testareal, Stichprobengröße und Art der Anwendung.
Dermatest unterscheidet zwischen 3 Untersuchungsdesigns
Der Standardtest zum Nachweis primärer Hautirritationen ist zeitlich und örtlich begrenzt. Hierbei wird okklusiv — also vor äußeren Einflüssen durch Abdeckung geschützt — getestet, wie sich die Inhaltsstoffe auf eine Hautpartie auswirken. Dafür wird eine Stelle außerhalb der später vorgesehenen Anwendungsstelle gewählt (z.B. Armbeuge oder Rücken statt Augenpartie). Die Okklusion begünstigt die Absorption und sorgt dafür, dass die Gesamtheit der Testmenge in die Haut einziehen kann. Getestet wird anhand der Hautreaktion auserwählter Probanden mit gesunder Haut verschiedener Hauttypen, unter strenger dermatologischer Aufsicht.
Epikutantests können aber auch als intensivierte kurzfristige Anwendungstests am vorgesehenen Anwendungsort oder als langfristige oder repetitive Tests abseits des späteren Anwendungsortes durchgeführt werden. Bei repetitiven Tests über 4–6 Wochen können Aussagen zum Allergisierungspotential getroffen werden. Langfristige Anwendungstests, die oft persönliche Erfahrungswerte der Probanden einbeziehen, können mit „klinisch getestet" deklariert werden — vorausgesetzt der Testzeitraum beträgt mindestens 4 Wochen am bestimmungsgemäßen Hautareal. In allen Untersuchungsdesigns ist das Siegel solange gültig, solange sich die Rezeptur nicht verändert.
Was wird an „dermatologisch getestet" kritisiert?
Unabhängige Testzentren müssen sich regelmäßig umfangreicher Kritik stellen. Der häufigste Vorwurf lautet, dass mit der Vergabe von Gütesiegeln vor allem Marketingzwecke statt Qualitätssicherung bezweckt werden.
Oftmals wird argumentiert, dass die Vorgaben für Verträglichkeitstests zu unzulänglich sind, um echte Vergleichbarkeit zu liefern. Es gibt keinen klaren Anforderungskatalog, den ein Produkt erfüllen muss, um das Siegel zu erhalten. Eine Studie kann an 20 oder 100 Probanden getestet werden, einmalig oder in mehreren Anwendungen, okklusiv oder semi-okklusiv — ohne dass es im Siegel vermerkt werden muss. Die einzige Bedingung ist die Verwendung zugelassener Inhaltsstoffe.
Allerdings: Ein Verträglichkeitstest ist nicht unbedingt ein Qualitätstest. Verträglichkeitstests testen nun mal Verträglichkeit — das ist ihre Validität. Die eigentlich zulässige Kritik ist vielmehr, dass Kosmetikhersteller sich mit „dermatologisch getestet" schmücken, wo doch ein Hautverträglichkeitstest das absolute Mindestmaß an Selbstverständlichkeit darstellen sollte. Kein Produkt, dessen Verträglichkeit nicht besiegelt ist, sollte zum Verkauf stehen dürfen.
Wie wurden unsere Produkte geprüft?
Wie beschrieben, kann „dermatologisch getestet" viel bedeuten und lässt keine konkreten Schlüsse über Testmethoden oder Ergebnis zu. Selbstverständlich sind aber auch unsere Produkte zertifiziert und auf Verträglichkeit geprüft — und wir kommunizieren Methode und Ergebnis transparent.
All unsere Produkte wurden anhand des Epikutantests des unabhängigen Instituts „Dermatest" geprüft. Dieses Institut testet Produkte seit über 40 Jahren auf Verträglichkeit, arbeitet transparent und orientiert sich an wissenschaftlichen Kriterien.
Anhand geeigneter, unverdünnter Konzentrationen wurden unsere Produkte in einem zeitlich und örtlich definierten Rahmen getestet. Ein Testpflaster wurde am oberen Rücken angebracht und die Hautreaktion nach 24, 48 und 72 Stunden dermatologisch beurteilt. Ausgegangen wurde von 30 Probanden — weiblich und männlich, zwischen 18 und 67 Jahren — mit gesunder Haut im Testareal. Dazu zählen auch Testpersonen mit empfindlicher, sehr trockener, fettiger und normaler Haut, denn Hautverträglichkeit nur anhand eines Hauttyps zu testen wäre wenig aussagekräftig. Optimaler Weise stellt die Gruppe mit sensibler Haut ein Drittel der Gesamtmenge dar. Grundsätzlich gilt eine Stichprobe ab 18 Personen als aussagekräftig.
Bei allen unseren Produkten entsprach das Ergebnis der Note „sehr gut". Diese Note wird vergeben, wenn zu keinem Zeitpunkt bei einem der Probanden eine produktbezogene toxisch-irritative Unverträglichkeitsreaktion auftritt.
Was sagt „dermatologisch getestet" wirklich aus?
Der Bezeichnung „dermatologisch getestet" ist mit Vorsicht zu begegnen: Nur weil ein Produkt keine negative Wirkung hervorruft, bedeutet das keinesfalls, dass es eine positive Wirkung garantiert. Trotzdem hilft uns das Dermatest-Siegel, Verträglichkeit zuzusagen. Deshalb werden all unsere Produkte zuverlässig vom anerkannten Institut „Dermatest" geprüft, um sicherzustellen, dass ihre Verwendung absolut risikofrei und unbedenklich ist. Denn nur unter dieser Voraussetzung können wir sicher gehen, dass die einzige Veränderung Eurer Haut — die ihr nach der Verwendung unserer Produkte bemerkt — eine positive ist.
