Hausmittel gegen Pickel sind weitverbreitet. Überall findet man Tipps, wie man Pickel mit Zutaten aus der Küche bekämpfen kann. Doch einige davon funktionieren nicht nur nicht gegen Pickel — sie können Deiner Haut sogar schaden. Welche Hausmittel wirklich helfen und welche nicht, erfährst Du hier.
Schnelles Hausmittel gegen Pickel? – Das versteht man darunter
Unter Hausmitteln können alle Mittel und Maßnahmen verstanden werden, die auch ohne ärztliche oder heilpraktische Hilfe angewendet werden können. Es sind alltägliche Dinge, die zum Wohlbefinden oder zur Genesung beitragen, oft mit langer Tradition und familiärer Weitergabe.
Hausmittel haben den Vorteil, einfach und kostengünstig zu beschaffen zu sein. In den meisten Fällen ist die zugesprochene Wirkung gegen das jeweilige Leiden jedoch nicht bewiesen. Ferner können viele Heil- und Arzneipflanzen neben gesundheitsfördernden Stoffen auch gefährliche Allergene enthalten. In unerfahrenen Händen können Hausmittel der Haut daher sogar schaden.
8 Hausmittel gegen Pickel auf dem Prüfstand
Wir haben acht Hausmittel gegen Pickel unter die Lupe genommen, deren positive Wirkung oft angepriesen wird.
Zahnpasta gegen Pickel: lieber nicht
Zahnpasta wirkt zwar antiseptisch, wodurch Bakterien sich nicht so schnell auf der Haut vermehren können. Trotzdem sollte man sie nicht gegen Unreinheiten verwenden, weil sie die Haut viel zu stark austrocknet und reizend wirkt. Zahnpasta ist für einen ganz anderen Zweck formuliert — für die Haut ist sie deshalb viel zu harsch.
Aloe Vera gegen Pickel: hilft nicht
Aloe Vera ist heutzutage ein häufiger Bestandteil in Hautpflegeprodukten, zum Beispiel in Konjac-Schwämmen. Das bekannte Aloe Vera Gel enthält über 200 Wirkstoffe, besteht aber zu 99 Prozent aus Wasser — daher ist es nur in hoher Konzentration wirklich wirksam.
Die Wirkung von Aloe Vera gegen Pickel konnte nicht bestätigt werden. Aloe Vera ist ein guter Feuchtigkeitsspender und wirkt beruhigend — also sehr gut für trockene Haut geeignet. Gegen unreine Haut hilft Aloe Vera aber nicht.
Teebaumöl gegen Pickel: ein No-Go
Teebaumöl gilt als beliebtes Hausmittel gegen entzündete Pickel. Aufgrund seiner antiseptischen, antibakteriellen und entzündungshemmenden Wirkung wird es immer öfter in Kosmetik und Selbstmedikation eingesetzt.
Doch Vorsicht: In dem ätherischen Öl finden sich bis zu 60 verschiedene Substanzen, darunter zahlreiche allergologisch relevante Substanzen wie Monoterpene und Sesquiterpene. Teebaumöl kann dadurch Hautreizungen und allergische Reaktionen auslösen. Insbesondere unverdünnte oder längere Anwendungen sind bedenklich. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat unverdünntes Teebaumöl als gefährlich eingestuft. Zudem oxidiert Teebaumöl bereits vier Tage nach Anbrechen der Flasche, wodurch das Risiko für Kontaktallergien weiter steigt.
Generell ist der Einsatz von ätherischen Ölen in Hautpflegeprodukten bedenklich — sie verhalten sich wie Duftstoffe. Man muss deshalb aber nicht auf die hautfördernden Stoffe der Pflanzen verzichten. Diese können auch extrahiert werden, ohne dass die ätherischen Öle freigesetzt werden. Ein gutes Beispiel: Kamille. Für die entzündungshemmende und beruhigende Wirkung ist der Stoff Bisabolol verantwortlich, der gezielt extrahiert werden kann — ätherisches Kamillenöl dagegen ist reizend und allergiekritisch.
Apfelessig gegen Pickel: bitte nicht
Apfelessig ist ein weitverbreitetes Hausmittel gegen Pickel — er soll aufgrund seiner antibakteriellen und antientzündlichen Eigenschaften Poren reinigen und Pickeln vorbeugen. Jedoch schadet Apfelessig dem Säureschutzmantel und somit der Haut.
Der pH-Wert von Apfelessig liegt bei 3 und ist damit deutlich saurer als der pH-Wert unserer Haut (4,5–5,5). Trägt man Apfelessig auf, verschiebt sich der pH-Wert unkontrolliert nach unten. Hautirritationen, Entzündungen und sogar leichte Verbrennungen können die Folge sein. Kosmetische Produkte mit saurem pH-Wert werden hingegen sehr genau formuliert und ausgiebig auf Verträglichkeit getestet — bei Apfelessig ist das nicht der Fall.
Honig gegen Pickel: wirkt entzündungshemmend
Nun zu einem Hausmittel, dessen heilsame Eigenschaften seit Jahrtausenden bekannt sind: Honig. Wissenschaftler konnten sowohl die antibakterielle als auch die fungizide und antiseptische Wirkung des Honigs bestätigen. Wird Honig aufgetragen, noch bevor der Pickel sichtbar ist, kann der Entstehung des Pickels entgegengewirkt werden. Auch der Heilungsprozess von bereits entstandenen Pickeln kann durch Honig unterstützt werden. Nach ein paar Minuten kann der Honig mit lauwarmem Wasser abgewaschen werden.
Eine besonders starke antibakterielle Wirkung weist Manuka Honig auf — je höher der Methylglyoxal-Gehalt, desto stärker die antibakterielle Wirkung.
Klassischer Honig ist nicht vegan — er kann nur mithilfe von Bienen hergestellt werden. In Deutschland unterliegt die Imkerei strengen Vorgaben, jedoch werden viele Honigprodukte importiert. Daher sollte immer genau darauf geachtet werden, wo und unter welchen Auflagen der Honig produziert wird.
Finger weg von Zitrone
Zitrone wirkt antibakteriell und soll das Wachstum des Pickels stoppen. Zitronen enthalten in der Tat Vitamin C — allerdings in sehr geringer Menge. Hinzu kommt, dass Zitronensäure nicht bedenkenlos auf der Haut verwendet werden kann. Mit einem pH-Wert von 2,5 ist reiner Zitronensaft sehr sauer — er kann den pH-Wert der Haut aus dem Gleichgewicht bringen und unkontrolliert Reizungen verursachen. Außerdem enthält Zitrone ätherische Öle, die zusätzlich Hautirritationen hervorrufen. Viel besser ist es deshalb, gezielt Kosmetikprodukte mit Vitamin C zu verwenden, um Unreinheiten sowie Pickelmale oder Pigmentflecken zu bekämpfen.
Backpulver gegen Pickel: keine gute Idee
Backpulver soll gegen Pickel wirken, da es den pH-Wert der Haut angeblich ins Gleichgewicht bringt — jedoch ist genau das Gegenteil der Fall. Backpulver ist alkalisch und verschiebt den leicht sauren pH-Wert der Haut nach oben. Gesunde Haut kann den Wert nach ca. 30 bis 200 Minuten wieder regulieren, aber dieser Prozess bedeutet Stress für die Haut — in dieser Zeit ist sie negativen Umwelteinflüssen wie Keimen und freien Radikalen ausgesetzt. Die Folgen: trockene und unreine Haut sowie schnellere Hautalterung.
Außerdem soll Backpulver aufhellend wirken — das stimmt, aber die aufhellende Wirkung tritt sehr unregelmäßig auf. Die Haut wird fleckig und es können Pigmentflecken entstehen.
Meersalz- und Zuckerpeelings schaden der Haut
Peelings mit mechanischen Schleifpartikeln sollen abgestorbene Hautschuppen lösen und zu reinerer Haut führen. Die Haut fühlt sich direkt nach der Anwendung auch weicher an — der Schein trügt jedoch. Verglichen mit chemischen oder enzymatischen Peelings peelen sie nur sehr schwach und fügen der Haut Schaden zu. Die winzigen Partikel aus Zucker bzw. Meersalz sind extrem scharfkantig und verursachen auf der Haut unkontrollierte Schnitte, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Durch die beschädigte Hautschicht können Keime leichter eindringen — die Entstehung von Pickeln wird gefördert.
Außerdem beginnt die Haut bei häufiger Anwendung, sich gegen die Belastung zu wehren: Sie verhornt stärker. Verhornungen sind dafür verantwortlich, dass Hauttalg nur bedingt abfließen kann, wodurch neue Pickel entstehen können.
Diese Produkte helfen wirklich gegen Pickel
Es gibt kein Hausmittel gegen Pickel, das diese über Nacht verschwinden lässt. Grundsätzlich gilt: pH-hautneutrale sowie mild formulierte Produkte verwenden — also keine aggressiven Tenside, Duftstoffe oder austrocknende Alkohole. Eine gründliche Reinigung morgens und abends entfernt Schmutz und abgestorbene Hautzellen. Unser Konjac Schwamm mit Aktivkohle reinigt die Haut auch ohne zusätzliche Reinigungsprodukte und peelt dabei sanft — der schwarze Schwamm mit Aktivkohle ist besonders für zu Pickeln neigende Haut geeignet. Zu einer ebenmäßigeren und reineren Haut tragen außerdem unser Vitamin C Booster und Niacinamid Booster bei.
Unser Fazit
Generell sind einige Hausmittel gegen Pickel zwar nicht schädlich — manche haben wie Honig tatsächlich positive Effekte. Auch eine Heilerde-Maske hilft gut, um überschüssigen Talg zu absorbieren. Trotzdem empfehlen wir, die Entwicklung von Hautpflegeprodukten Experten zu überlassen. Bei vielen Tipps aus der Küche kannst Du Deiner Haut wirklich Schaden zufügen — deshalb: bitte keine Hausmittel gegen Akne oder unreine Haut verwenden. Besonders bei einer Hautkrankheit sollte man keine Experimente machen.






