Eine Microdermabrasion gehört zu den effektivsten Methoden, wenn es um das Abschälen der Haut geht. Aber auch chemische Peelings werden immer beliebter. Welche Methode ist besser und wie funktioniert eine Microdermabrasion überhaupt? Das erfährst Du hier.
Microdermabrasion – Was ist das?
Eine Microdermabrasion ist eine Form von Peelings — der Begriff bedeutet übersetzt „minimales Abschleifen der Haut". Sie ist eine leichtere Form der Dermabrasion (Hautabschleifung), die bei Hautärzten durchgeführt wird. Das zur Microdermabrasion verwendete Gerät ist eine Art Poliergerät mit feinen Diamant- oder Kristallaufsätzen. Die Haut wird mithilfe dieser Mikrodiamanten poliert, und ein Vakuum saugt die überschüssigen Hautzellen direkt wieder ab.
Das Abschleifen der Haut ist ein mechanischer Prozess, bei welchem die oberste Hautschicht abgeschliffen wird. Im Gegensatz zur Dermabrasion passiert das nur oberflächlich, sodass die Haut im Anschluss höchstens leicht gerötet ist.
Was sind chemische Peelings?
Chemische Peelings sind Säuren, die nicht mechanisch, sondern chemisch die Haut schälen. Die Säuren lösen die Keratinverbindungen zwischen abgestorbenen Hautschuppen auf, sodass sich die Schüppchen von der Haut lösen. Einen ähnlichen Effekt bieten Enzympeelings, die Keratinverbindungen nicht chemisch, sondern enzymatisch auflösen.
Microdermabrasion vs. Chemische Peelings – Alle Unterschiede
Die Vorteile und Behandlungsfelder sind bei beiden Treatments relativ ähnlich, da auch die Funktionsweise ähnlich ist. Das Grundprinzip ist, alte und abgestorbene Hautzellen loszuwerden, um das Hautbild nachhaltig zu verbessern. Durch regelmäßiges Peelen wird die Haut ebenmäßiger, feinporiger, weicher — und Hautprobleme wie Pigmentflecken, Unreinheiten oder Aknenarben werden gemindert.
Die Microdermabrasion kommt ohne chemische Wirkstoffe aus — das ist an sich aber nicht besser oder schlechter für die Haut. Das Peelen erfolgt nur auf eine andere Weise. Weitere Unterschiede im direkten Vergleich:
| Microdermabrasion | Chemisches Peeling | |
| Behandlungsort | Nur professionelle Anwendung empfehlenswert | Zuhause mit hochwertigen Produkten sehr gut möglich; für tiefere Peelings eignet sich professionelle Anwendung |
| Preis/Kosten | Ca. 80 bis 150 € pro Behandlung beim Profi; oft reicht eine einmalige Behandlung nicht aus | Gute Peelings kosten zwischen 20 und 40 € und halten i.d.R. mehrere Monate |
| Häufigkeit | Bei akuten Hautproblemen eine Kur, danach Auffrischung ca. alle 6 bis 8 Wochen | Max. 1- bis 2-mal pro Woche; häufigere Anwendung kann zum Überpeelen führen |
| Erste Ergebnisse | Sofort-Effekt sichtbar | Mehrere Wochen bis erste Ergebnisse sichtbar sind |
| Langzeiterfolg | Gegeben, aber keine individuelle Behandlung möglich | Gegeben; kann auf individuelle Hautbedürfnisse abgestimmt werden — AHA-Peelings mit Anti-Aging-Wirkung, BHA-Peelings gegen unreine Haut |
| Nebenwirkungen/Risiken | Sehr risikoarm, keine Ausfallzeiten; Haut wird sonnenempfindlicher → mindestens LSF 30 auftragen | Sehr risikoarm, keine Ausfallzeiten; Haut wird sonnenempfindlicher → mindestens LSF 30 auftragen |
Vorteile und Nachteile einer Microdermabrasion
Die Microdermabrasion eignet sich für jeden Hauttyp und bringt einige Vorteile mit sich. Sie erreicht eine allgemeine Verbesserung des Hautbildes und regt die Durchblutung, Zellerneuerung und Kollagenbildung der Haut an. Sie kann bei zahlreichen Hautproblemen wie Unebenheiten, Verhornungen, Lichtschäden, Pigmentflecken oder Pickelmalen helfen — und bietet einen Sofort-Effekt.
Anders als chemische Peelings bietet diese Methode jedoch keine individuelle Behandlung. Verschiedene Probleme werden alle mit ein und demselben Gerät behandelt. Bei chemischen Peelings gibt es dagegen unterschiedliche Wirkstoffe für das jeweilige Hautproblem.
Eine Microdermabrasion ist nicht geeignet bei frischen Aknenarben, Warzen, Wunden oder Entzündungen. Auch wenn ein Herpes im behandelten Bereich gerade aktiv ist, eignet sich die Behandlung nicht.
Vorteile und Nachteile von chemischen Peelings
Chemische Peelings verbessern das Hautbild auf Dauer und helfen gegen zahlreiche Hautprobleme. Ein klarer Pluspunkt: Es gibt unterschiedliche Peelings für verschiedene Hauttypen und -probleme, eine individuelle Behandlung ist möglich. Außerdem ist es eine sehr risikoarme Methode, die man ganz einfach zuhause durchführen kann.
Ein Nachteil ist, dass nicht jeder Säuren gut verträgt. Hier bietet das Enzympeeling die Lösung: Es peelt die Haut sehr sanft ohne Säuren, mittels Enzymen, und ist deshalb bei sensibler Haut besonders gut geeignet. Anders als bei der Microdermabrasion gibt es bei chemischen Peelings keinen Sofort-Effekt. Außerdem kann es zu einer Erstverschlimmerung kommen — hat man diese jedoch überstanden, kann man sich in den meisten Fällen über reinere, strahlende Haut freuen.
Ablauf einer Microdermabrasion
Die Behandlung beginnt meistens mit einem Beratungsgespräch. Anschließend wird die Haut gut gereinigt und von Talgrückständen befreit. Nach Auswahl des geeigneten Aufsatzes beginnt die eigentliche Behandlung: Das Microdermabrasion Gerät wird in kreisenden Bewegungen über die Haut geführt. Dabei schleifen winzig kleine Diamanten/Kristalle die Haut ab, und die oberen Hautzellen werden über eine Vakuumpumpe abgesaugt.
Nach der Behandlung wird die Haut nochmals gereinigt und pflegende Wirkstoffe aufgetragen — diese kann die Haut nun besser aufnehmen als zuvor. In den darauffolgenden Tagen sollten keine hautreizenden Pflegeprodukte mit Duftstoffen oder ätherischen Ölen verwendet werden. Die richtige Nachsorge ist sehr wichtig, um Rötungen, Infektionen, Entzündungen oder Narbenbildung zu vermeiden — bei sachgemäßer Behandlung passiert das aber in der Regel nicht.
Microdermabrasion vorher nachher – Welche Ergebnisse kann man erwarten?
Man kann einen gewissen Sofort-Effekt erwarten: Die Haut ist sofort glatter und ebenmäßiger. Auch hat die Microdermabrasion einen leicht straffenden Effekt, der unmittelbar nach der Behandlung sichtbar ist.
In manchen Fällen ist jedoch eine mehrmalige Behandlung notwendig — zum Beispiel bei tieferen Hautschäden wie Narben. Wie oft eine Microdermabrasion gemacht werden sollte, lässt sich deshalb nicht pauschal beantworten. Kleinere Unebenheiten können bereits mit einer Behandlung verschwinden, doch eine dauerhafte Verjüngung bietet eine einmalige Behandlung nicht.
Microdermabrasion zuhause selbst durchführen? – Bitte nicht!
Eine Microdermabrasion zuhause selbst durchzuführen empfehlen wir nicht. Die Heimgeräte sind nicht mit professionellen Geräten zu vergleichen. Ihre Schleifscheiben oder Aufsätze sind oft viel zu grobkörnig und verletzen die Haut wie Schleifpapier. In Kosmetikstudios werden modernere Geräte eingesetzt, bei denen kleine Diamanten auf die Haut geschleudert und direkt wieder eingesaugt werden — die Schleifscheibe ist eine veraltete Technik.
Eine ungelernte Anwendung mit falschem Druck, falschen Aufsätzen oder zu häufiger Wiederholung führt im besten Fall zu keiner Wirkung — im schlimmsten Fall zu Verletzungen und Hautschäden. Wenn Du also eine Microdermabrasion machen möchtest, geh bitte zu einem Profi.
Chemische Peelings sind unser klarer Sieger für die Heimanwendung
Eine Microdermabrasion ist eine Peeling-Methode, die man besser beim Profi machen sollte. Im direkten Vergleich gewinnen chemische Peelings gegen die Microdermabrasion: Bei ähnlicher Wirkung sind sie günstiger, einfacher in der Anwendung und können auf die individuellen Hautbedürfnisse abgestimmt werden.



