Periorale Dermatitis können sowohl Erwachsene als auch Kinder bekommen. Die Ursachen sind noch nicht ganz klar — zu viel Stress oder übermäßige Hautpflege sind jedoch als Auslöser bekannt. Die Krankheit lässt sich aber gut behandeln. In diesem Artikel erfährst Du, welche Creme gegen Periorale Dermatitis hilft, wie Ernährung die Krankheit verbessern kann und welche Hausmittel wirklich helfen.
Was ist Periorale Dermatitis?
Periorale Dermatitis (POD) ist auch unter Mundrose oder Stewardessenkrankheit bekannt. Ein möglicher Grund für die letztere Bezeichnung könnte die Arbeit im Flugzeug sein — einerseits die ständig sehr trockene Luft, andererseits die häufige Nutzung vieler Kosmetikprodukte.
Die Krankheit äußert sich durch einen roten, entzündlichen Ausschlag im Gesicht. Meistens ist der Bereich um den Mund und das Kinn betroffen. Oft entstehen auch Pickel, Papeln, Pusteln oder Plaques auf der kranken Haut. Auch Nase oder Augen können betroffen sein. Der Hautausschlag ist weder gefährlich noch ansteckend — abgesehen vom Juckreiz handelt es sich vielmehr um ein kosmetisches Problem, das für Betroffene aber oft sehr belastend ist.
Das Krankheitsbild unterscheidet sich von Akne oder Rosacea. Von Akne hebt es sich durch das Fehlen von Mitessern ab. Bei Rosacea ist das Gesicht häufig großflächig befallen und nicht nur lokal — zudem treten dort weitere Symptome wie erweiterte Blutgefäße oder plötzliche Hautrötungen auf.
Wie lange dauert eine Periorale Dermatitis?
Wie lange eine Periorale Dermatitis dauert, ist sehr individuell. Ohne Behandlung kann sie sich über mehrere Monate ziehen. Mit der richtigen Diagnose und Behandlung heilt die Haut normalerweise in wenigen Wochen ab. Dabei sind milde Pflege- und Reinigungsprodukte entscheidend — hier gilt: weniger ist mehr.
Der periorale Hautausschlag verläuft oft chronisch — die Haut ist entweder dauerhaft befallen oder in mehreren Schüben. Im Anfangsstadium sind die Anzeichen meist milder als im weiteren Verlauf. Das Gute: Die meisten Betroffenen tragen keine Narben davon.
Anzeichen: So erkennst Du Periorale Dermatitis
Erste Anzeichen sind ungewöhnlich viele Pickel um den Mund. Im weiteren Verlauf ist der Mundbereich als Erstes betroffen. Auch in den Nasolabialfalten (Falten zwischen Nasenflügel und Mundwinkel) kann die Hautkrankheit beginnen. Typischerweise sind 1–2 Millimeter um das Lippenrot verschont — dort fehlen die Haarfollikel, die bei POD betroffen sind.
Weitere Anzeichen bei Perioraler Dermatitis sind:
- Juckende oder brennende Rötung der Haut
- Papeln und Pusteln um den Mund
- Schuppende Haut im Mundbereich
- Mögliches Spannungsgefühl der Haut
Periorale Dermatitis: Ursachen
Es gibt keine genaue Ursache, die als alleiniger Auslöser gilt. Periorale Dermatitis tritt vor allem bei jüngeren Frauen zwischen 20 und 45 Jahren auf — was möglicherweise mit der vermehrten Verwendung von Hautpflegeprodukten zusammenhängt. Aber auch Kinder leiden öfter darunter. Männer sind dagegen seltener betroffen.
Übermäßige Verwendung von Pflegeprodukten und Kosmetika
Die übermäßige Verwendung von Pflegeprodukten kann für die Entstehung verantwortlich sein. Die Haut ist dadurch überpflegt und überfeuchtet — die Barrierefunktion ist gestört, die Haut trocknet aus und es entstehen entzündliche Hautveränderungen. Ist die Hautbarriere einmal geschädigt, können Krankheitserreger viel leichter eindringen.
Ein Teufelskreis entsteht, wenn Betroffene noch mehr Pflegeprodukte verwenden. Auch kortisonhaltige Produkte können das Problem verschlechtern. Wir raten daher beim Verdacht auf POD zuerst einen Arzt aufzusuchen und die Diagnose bestätigen zu lassen.
Stress als Auslöser
Bei manchen Menschen kann auch Stress Schübe von Perioraler Dermatitis auslösen. Hat man eine Veranlagung für empfindliche Haut oder eine Bereitschaft zu allergischen Krankheiten, kann Stress die Krankheit ungewollt fördern. Diese Erkenntnis ist besonders relevant bei Kindern.
Mundrose bei Kindern
Die Ursachenforschung für Mundrose bei Kindern ist noch nicht abgeschlossen. Allgemein sind Mädchen häufiger betroffen als Jungen. Bei Kindern trifft die Mundrose außerdem öfter die Nase und die Augen. Die genetische Veranlagung und Allergieanfälligkeit spielen eine wichtige Rolle.
In einer Studie von 2015 wurde festgestellt, dass betroffene Kinder häufig auch an anderen Hautkrankheiten oder Allergien leiden. 29,3 Prozent hatten Neurodermitis, 14,9 Prozent allergisches Asthma. Zudem hatten 58,1 Prozent der erkrankten Kinder zuvor Kortisonpräparate verwendet. Bei Kindern empfehlen wir daher dringend den Gang zum Arzt — von einer Behandlung mit Hausmitteln raten wir hier ab.
Wie behandelt man Periorale Dermatitis?
Das Stichwort für die Behandlung ist Nulltherapie oder Beauty Detox: Man verzichtet auf jegliche Hautpflegeprodukte und Kosmetika. Der Verzicht sollte möglichst 6–12 Wochen dauern — erste Erfolge sollten sich aber bereits nach ca. 3 Wochen einstellen. Die ersten Tage kann die Haut auf die Umstellung mit Irritationen reagieren.
Reinige Dein Gesicht während der Nulltherapie nur mit Wasser!
Trotzdem ist eine gründliche und schonende Reinigung sehr wichtig. Beim Abschminken kann leider viel falsch gemacht werden. Reinigungsprodukte mit aggressiven Tensiden können Hautreizungen verursachen. Für die sanfte Reinigung eignen sich deshalb wiederverwendbare Abschminkpads oder Konjac-Schwämme — insbesondere der Konjac-Schwamm mit rosa Tonerde, der besonders gut für empfindliche Haut geeignet ist.
Welche Creme hilft bei Perioraler Dermatitis?
Eine strikte Nulltherapie über mehrere Wochen durchzuhalten ist zugegebenermaßen schwierig. Deshalb gibt es einige Cremes, die Beschwerden lindern können. Eine Zinksalbe eignet sich gut — Zink ist entzündungshemmend, fördert die Wundheilung und ist dabei sehr mild und verträglich. Zinksalben gibt es rezeptfrei in fast jeder Apotheke.
Kortisonhaltige Cremes sollten bei Mundrose nicht verwendet werden, weil sie die Entzündung nur unterdrücken. Bei schwereren Verläufen kann der Arzt ein Antibiotikum verschreiben — entweder als lokale antibiotische Salbe oder als Antibiotika-Tabletten.
Was tun bei Perioraler Dermatitis am Auge?
In seltenen Fällen tritt die Hauterkrankung am Auge auf — diese Form heißt periorbitale Dermatitis. Angst vor einer Augeninfektion braucht man grundsätzlich nicht zu haben, allerdings sollten die Hände möglichst aus dem betroffenen Bereich wegbleiben, um zu verhindern, dass sich andere Keime vermehren. Eine andauernde oder schwerere Augenentzündung sollte in jedem Fall von einem Arzt angeschaut werden.
Periorale Dermatitis und Ernährung
Eine spezielle Ernährungsweise für POD gibt es bisher nicht. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit möglichst frischen und unverarbeiteten Lebensmitteln ist die beste Wahl. Stark verarbeitete Lebensmittel und künstliche Zusätze sollten vermieden werden. Bestimmte Lebensmittel wie Süßigkeiten, Weizenprodukte oder übermäßiger Fleischkonsum fördern Entzündungen im Körper. Genussmittel wie Alkohol oder Nikotin schaden der natürlichen Schutzschicht der Haut und machen sie anfälliger für Krankheitserreger.
Diese Hausmittel helfen wirklich
Von der Behandlung mit Ingwer, Teebaumöl oder Kokosöl raten wir ab — diese Stoffe sind entweder reizend oder widersprechen dem Ansatz der Nulltherapie, weil sie zu reichhaltig und tendenziell komedogen sind.
Es gibt jedoch zwei Hausmittel, die wir empfehlen können. Heilerde eignet sich gut, um überschüssigen Talg zu entfernen — einmal die Woche als Maske aufgetragen ist sie eine gute Ergänzung. Das zweite bewährte Hausmittel ist Schwarztee. Er hat beruhigende und entzündungshemmende Eigenschaften und enthält Gerbstoffe, die zusammenziehend und austrocknend auf überpflegte Haut wirken. Juckreiz und Spannungsgefühle können so gemildert werden.
So wendest Du Schwarztee bei Perioraler Dermatitis an
- Koche den Schwarztee nach Anweisung.
- Lasse den Tee komplett abkühlen.
- Tränke ein Tuch oder eine Kompresse in den abgekühlten Tee.
- Prüfe zunächst, wie Deine Haut auf den Schwarztee reagiert.
- Den Schwarztee-Umschlag 10–15 Minuten einwirken lassen.
- Danach das Gesicht mit lauwarmem Wasser abspülen und vorsichtig trocken tupfen.
Ist Periorale Dermatitis heilbar?
Periorale Dermatitis ist grundsätzlich heilbar. Hat man eine genetische Veranlagung zu empfindlicher Haut oder Allergien, können Stresssituationen die Erkrankung jedoch immer wieder auslösen. Den Umgang mit Stress zu lernen und Self-Care einen größeren Stellenwert zu geben, ist dabei sehr wichtig — so lassen sich Ausbrüche und Schübe auf ein Minimum verringern.
