Ceramide

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Ceramide – die Fettbausteine unserer Haut

FACES OF FEY | Zuletzt aktualisiert: 04.04.2026 | Lesezeit ca. 8 min

Das Wichtigste in Kürze:

Ceramide sind für unsere Haut wie Polizisten. Sie schützen unsere Haut vor schädlichen Eindringlingen wie Viren oder Bakterien und stärken unsere Hautbarriere. So stellen sie die Grundlage für gesunde, strahlende Haut dar. Doch was sind Ceramide, wie funktionieren sie und welcher Hauttyp profitiert davon besonders? Das erklären wir Dir in diesem Blogbeitrag und Du erfährst, warum eine Creme aus der Drogerie so viel günstiger ist.

Ceramide – die Fettbausteine unserer Haut

Ceramide sind für unsere Haut wie Polizisten. Sie schützen unsere Haut vor schädlichen Eindringlingen wie Viren oder Bakterien und stärken unsere Hautbarriere. So stellen sie die Grundlage für gesunde, strahlende Haut dar. Doch was sind Ceramide, wie funktionieren sie und welcher Hauttyp profitiert davon besonders?

Was sind Ceramide?

Das sind die Fettbausteine unserer Haut — sie gehören zu den Fettsäuren bzw. den Lipiden. Sphingolipide und Phospholipide tragen zur Ceramidbildung bei. Diese Fettbausteine machen den Großteil der obersten Hautschicht, der sogenannten Hornschicht, aus.

Hornschicht der Haut – Aufbau und Funktion

Die Hornschicht der Haut besteht aus Wasser und Lipiden, welche abgestorbene Hautzellen miteinander verbinden. Diese Schicht schützt unsere Haut und wird als natürliche Hautschutzbarriere bezeichnet. Die Hornschicht besteht zu mehr als 50 % aus Ceramiden und enthält 9 verschiedene Ceramidarten. Den Löwenanteil hat dabei das Ceramid 3.

Aufbau unserer Hautschutzbarriere

Sphingolipide und Phospholipide – so wirken sie in der Haut

Sphingolipide und Phospholipide sind verantwortlich für die Ceramidbildung in unserem Körper. In Kosmetika findet sich vor allem das Ceramid 3, welches in der INCI-Liste mit Ceramide NP angegeben wird. Dieser Fettbaustein kommt bereits natürlich in unserer Haut vor und ist daher sehr verträglich.

Wusstest Du, dass…?

Die menschliche Hautbarriere eine Biomembran ist. Das bedeutet, dass jede einzelne Zelle des Körpers von einer eigenen Membran (Trennschicht) eingefasst ist. Diese besteht aus 2 Membranlipiden: den Phospholipiden und den Sphingolipiden.

Diese Ceramide gibt es

Unsere Hautschutzbarriere besteht aus 9 verschiedenen Ceramidarten. Die Buchstabenfolgen stehen für deren genaue Bezeichnung nach der INCI-Nomenklatur und spiegeln die Struktur des jeweiligen Ceramids wider. Beispielsweise steht NP für N-Stearoyl-Phytosphingosine.

Alle 9 Ceramidarten lauten wie folgt: Ceramid 1 (EOS), Ceramid 2 (NS), Ceramid 3 (NP), Ceramid 4 (EOH), Ceramid 5 (AS), Ceramid 6 (AP), Ceramid 7 (AH), Ceramid 8 (NH) und Ceramid 9 (EOP).

Ceramid 1 ist unter anderem für die Organisation der verschiedenen Ceramide verantwortlich. Der Körper benötigt für dessen Herstellung Linolsäure. Auch die Arten 4 und 9 werden mithilfe der Linolsäure erzeugt. Die Fettbausteine 2 (NS) und 5 (AS) entstehen aus Sphingomyelin, welches aus der Linolsäure gebildet werden kann.

Schöne Haut durch Ceramide

Ceramide für schöne Haut

Ceramide kommen bereits in großer Menge in unserer Hautschutzbarriere vor. Aber auch zusätzlich in einer Creme enthalten zu sein hat zwei Gründe: Sie können einerseits die Hautschutzbarriere direkt unterstützen und andererseits der Haut dabei helfen, noch mehr Ceramide selbst zu bilden.

  1. Mehr Feuchtigkeit: Sie vermindern den natürlichen Wasserverlust — auch transepidermaler Wasserverlust — in der Haut.
  2. Stärkere Hautschutzbarriere: Weniger Schädlinge wie Viren, Bakterien oder Keime können in die Haut eindringen. Das ist vor allem bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis entscheidend.

Eine gute Creme sollte nicht nur Ceramide enthalten, sondern auch deren Bildung anregen. Einige Stoffe, die das tun, gelten daher als echte Powerwirkstoffe in der Hautpflege.

Welche Stoffe fördern die Bildung von Ceramiden?

Die Ceramidbildung ist sehr komplex — alle Ceramide werden aus Membranlipiden (Phospholipide und Sphingolipide) gebildet. Stoffe, welche die Ceramidbildung anregen:

  • Phosphatidylcholin: Hauptbestandteil jeder Zellmembran. Das Phospholipid enthält viel Linolsäure und kann diese in tiefere Hautschichten einschleusen.
  • Linolsäure: Wird für die Bildung der Arten 1, 4 und 9 benötigt, kann aber vom Körper nicht selbst hergestellt werden.
  • Sphingosine: Neben den Fetten der Hauptbestandteil von Ceramiden.
  • Tetraacetyl Phytosphingosine: Eine besonders wirksame Form von Sphingosinen — in Kosmetika sehr gut löslich.
  • Membranlipide: Zum Beispiel Sphingomyelin, aus dem die Ceramidarten 2 und 5 entstehen.

Eine Creme kann die Haut also sowohl mit Ceramidvorstufen wie Phosphatidylcholin als auch direkt mit Ceramiden versorgen.

Achtung

Die Hautschutzbarriere enthält verschiedene Ceramidarten in einem aufeinander abgestimmten Verhältnis. Eine Creme, welche nur eine Art enthält, kann dieses ideale Verhältnis durcheinanderbringen. Im schlimmsten Fall kann eine langfristige Verwendung der Haut sogar schaden. Die effektivste und sicherste Methode ist es, der Haut Ceramidvorstufen zu geben — so kann sie die Fettbausteine bilden, die sie wirklich braucht.

Deshalb ist die Creme aus der Drogerie günstiger

Drogerieregal

Manche Cremes aus der Drogerie enthalten auch Ceramide, kosten aber um ein Vielfaches weniger. Der Grund: Cremes werden auf verschiedener Basis hergestellt — auf Wasser-Öl-(WÖ)-, auf Öl-Wasser-(ÖW)- und auf DMS-Basis. DMS steht für Derma Membran Structure: Diese Cremes bestehen aus vielen kleinen Phospholipidmembranen und ihre Struktur ist der unserer Haut sehr ähnlich. Dadurch sind sie um ein Vielfaches wirksamer als andere Cremes. Cremes auf DMS-Basis mit Hydrogenated Lecithin und Hydrogenated Phosphatidylcholin stellen das Next Level in Sachen Wirksamkeit und Ceramidbildung dar — und das schlägt sich auch im Preis nieder.

Welche Hauttypen brauchen Ceramide?

Es gibt verschiedene Ursachen, weshalb die Haut aus dem Gleichgewicht geraten kann: falsche Pflege, die den pH-Wert der Haut durcheinanderbringt, trockene Heizungsluft, niedrige Temperaturen, Stress, falsche Ernährung oder der natürliche Hautalterungsprozess. Letzterer setzt schon mit Anfang 20 langsam ein.

Grundsätzlich profitiert jeder Hauttyp von Ceramiden — je pflegebedürftiger und angegriffener eine Haut ist, desto deutlicher zeigen sich die positiven Effekte. Das gilt vor allem bei Anzeichen der Hautalterung, trockener oder schuppiger Haut sowie bei Hautkrankheiten wie Psoriasis oder Neurodermitis.

Trockene Haut profitiert von Ceramiden

Ceramide bei trockener Haut

Ceramide können die beschädigte Hautschutzbarriere von trockener Haut reparieren und den natürlichen Wasserverlust der Haut vermindern. So können erste Trockenheitsfältchen verschwinden, die Haut wirkt praller und ist gut durchfeuchtet. Besonders trockene Haut kann so vor frühzeitiger Hautalterung geschützt werden.

Ceramide gegen Hautalterung

Ceramide gegen Hautalterung

Die Haut besteht zwar von Natur aus aus Ceramiden, dennoch geht ein Teil der Fettsäuren im Laufe der Zeit verloren. Die Folge: die Haut wird stumpf und trocken, Falten entstehen. Es ist daher sinnvoll, diese über die Hautpflege zuzuführen und so die natürliche Hautbarriere wieder zu stärken. Anti-Aging-Produkte mit Ceramiden sind daher sehr wirksam — sie bekämpfen erste Anzeichen der Hautalterung, bevor sie entstehen.

Hilfe bei Hautkrankheiten

Ceramide bei Neurodermitis

Durch eine gestärkte Hautschutzbarriere kann sich die Haut besser vor äußeren Einflüssen schützen — sowohl vor Bakterien als auch vor Viren, Pilzen und Umweltgiften. Diese Studie bestätigt die Wichtigkeit einer intakten Hautschutzbarriere für Hautkrankheiten wie Psoriasis oder Neurodermitis. Bei Betroffenen wurde bereits mehrfach eine verringerte Anzahl an Ceramiden festgestellt.

Gut bei öliger Haut

Ceramide bei öliger Haut

Bei öliger Haut können Ceramide dabei helfen, die Talgproduktion zu regulieren. Eine vermehrte Bildung von Sebum (Talg) entsteht häufig im Zusammenhang mit einem niedrigen Feuchtigkeitsgehalt in der Haut. Wird die Hautbarriere gestärkt, ist wieder ausreichend Feuchtigkeit enthalten und die Talgproduktion pendelt sich auf ein normales Niveau ein.

Dort sind Ceramide enthalten

Sie werden auf Kosmetikprodukten immer nach der INCI-Liste angegeben. Die häufigste Art ist dabei das Ceramide NP. Zurzeit sind sie in Kosmetikprodukten noch eine Seltenheit — das liegt vor allem an ihrer aufwändigen Herstellung und den hohen Kosten.

Ceramide in einer Creme

Hier kommt es auf den Ceramidanteil und dessen Qualität an. Der jeweilige Hauttyp entscheidet, welche Creme am besten geeignet ist. Bei trockener Haut sollte man zu Cremes mit einem höheren Grad an Reichhaltigkeit greifen. In Hautpflegeprodukten befinden sich in der Regel synthetische Fettbausteine. Auch eine mit Ceramiden angereicherte Body Lotion ist für viele Hauttypen eine gute Wahl. Als Augenpflege kann ebenfalls eine ceramidhaltige Gesichtspflege verwendet werden — sie vermindert den Feuchtigkeitsverlust um die Augen.

Achtung

Eine Augencreme ist nicht „besser" oder wirksamer als eine herkömmliche Gesichtspflege. Oft haben Augencremes dieselben Inhaltsstoffe, sind jedoch um einiges teurer und kleiner. Das ist leider reines Marketing und hat mit der Wirksamkeit nichts zu tun.

Ceramide in einem Serum

Ceramide können auch in einem Serum enthalten sein, das oft auf Wasserbasis formuliert ist — also leichter auf der Haut als eine reichhaltige Creme. Ein Serum mit Ceramiden eignet sich deshalb für ölige oder unreine Haut sehr gut, weil es die Feuchtigkeit erhöht, ohne die Poren zu verstopfen.

Ceramide in der Haarpflege

Ceramide befinden sich auch immer öfter in Shampoos. Bei trockener Kopfhaut kann ein ceramidhaltiges Shampoo dabei helfen, der Haut ausreichend Feuchtigkeit zuzuführen. Außerdem können sich Ceramide mit dem Keratin im Haar verbinden und so für gesundes und stärker aussehendes Haar sorgen.

Ceramide in der Haarpflege

Natürliche vs. Synthetische Ceramide – was ist der Unterschied?

Natürliche Ceramide können aus Pflanzen hergestellt werden — sie spenden der Haut Feuchtigkeit, haben aber keine wirkliche Anti-Aging-Wirkung. Sie können auch aus tierischer oder menschlicher Haut entnommen werden, was für FACES OF FEY nicht vertretbar ist. Wir raten daher von der Verwendung solcher Cremes ab.

Synthetische Ceramide sind im Labor hergestellte Fettbausteine. Sie wirken feuchtigkeitsspendend und zugleich hautverjüngend. Synthetische Ceramide können mittlerweile genauso gut von der Haut aufgenommen werden wie natürliche — bei kaum feststellbarem Qualitätsunterschied.

Diese Inhaltsstoffe solltest Du kombinieren

Es gibt Inhaltsstoffe, welche die Wirksamkeit von Ceramiden erhöhen. Hierzu gehören Antioxidantien wie Vitamin C, Wirkstoffe wie Niacinamid sowie Feuchtigkeitsspender wie Hyaluron und Glycerin. Auch Wirkstoffe, die die Hautschutzbarriere unterstützen, sind sinnvoll — dazu gehören zum Beispiel Panthenol und Peptide. Diese Verbindungen schützen wiederum die Ceramide vor schädlichen Einflüssen — eine echte Win-win-Situation.

Unser Fazit

Ceramide sind nicht nur ein natürlicher Bestandteil unserer Haut — sie sind maßgeblich für unser Hautbild und unsere Hautgesundheit verantwortlich. Einem Verlust an Ceramiden kannst Du vorbeugen oder entgegenwirken, indem Du Deine Haut regelmäßig mit externen Fettbausteinen versorgst. Dadurch wird sie angeregt, neue Fettbausteine zu produzieren — die natürliche Hautschutzbarriere kann wieder vollständig aufgebaut werden und die Haut ist effektiv vor schädlichen Umwelteinflüssen geschützt.

Häufige Fragen