Was hat es eigentlich mit komedogenen und nicht komedogenen Ölen auf sich? Gesichtsöle sind aus den meisten Beauty-Routinen nicht wegzudenken. Ob zur Massage, zum Abschminken oder zum Untermischen in der Pflegecreme — sie können vielseitig eingesetzt werden. Dabei pflegen sie die Haut ohne ihren pH-Wert zu verändern und verhindern Feuchtigkeitsverlust. Allerdings geraten Öle immer wieder in Verruf, nicht für ölige oder unreine Haut geeignet zu sein und Unreinheiten wie Pickel oder Mitesser zu verursachen. Bei welchen Ölen dieses Vorurteil zutrifft — und welche Du bedenkenlos verwenden kannst — erfährst Du jetzt.
Was bedeutet komedogen und nicht komedogen?
Der Begriff komedogen bezeichnet Stoffe mit der Eigenschaft, Unreinheiten und verstopfte Poren hervorzurufen. Ein Produkt, welches die Poren der Haut nicht verstopft, wird als nicht komedogen bezeichnet. Komedogenität ist der Grad, mit dem gewisse Substanzen dazu neigen, die Poren der Haut zu verstopfen. Viele Stoffe — besonders viele Öle — können nicht direkt in die Haut eindringen. Sie lagern sich auf der Hautoberfläche ab und verbinden sich mit dem hauteigenen Keratin. Dadurch entstehen Verhärtungen, alte abgestorbene Hautzellen können nicht abgestoßen werden, der Talg kann nicht mehr einwandfrei abfließen, Bakterien vermehren sich und es entstehen Unreinheiten wie Pickel und Mitesser. Der Komedogenitätsgrad wird auf einer Skala von 0–5 gemessen.
Welche Stoffe sind komedogen?
Welche Stoffe für einzelne Hauttypen komedogen sind und welche nicht, lässt sich leider nicht einfach sagen — denn Komedogenität ist extrem individuell. Jede Haut ist anders, genauso wie die Zusammensetzung ihres Hauttalges. Der eigene Hauttalg wirkt bei den meisten komedogen. Das bedeutet: je näher ein Stoff dem eigenen Hauttalg kommt, desto eher wirkt er komedogen. Was also beim Einen sofort zu Pickeln führt, kann für den Anderen genau richtig sein. Deshalb gilt es in gewissem Maße auszuprobieren und auf die Reaktion der Haut zu hören. Als Richtwert haben wir Dir für die gängigsten Öle eine Übersicht erstellt.
Was sind nicht komedogene Öle?
Nicht komedogene Öle verstopfen die Poren nicht und können auch von unreiner und öliger Haut verwendet werden. Sie haben einen niedrigen Komedogenitätsgrad von 0. Bekannte Beispiele sind Arganöl, Hanföl, Jojobaöl, Sheabutter, Kaktusfeigenkernöl, Cacay-Öl oder auch CBD-Öl, sofern Hanföl als Trägeröl verwendet wurde. Um besonders von der Wirkung dieser Öle zu profitieren, kannst Du sie im Rahmen einer Gesichtsmassage mit einem Beauty-Roller in die Haut einmassieren — so können die antibakteriellen und hautpflegenden Wirkstoffe besser aufgenommen werden.
Was sind komedogene Öle?
Öle mit einem hohen Komedogenitätsgrad von 4 oder 5 neigen mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu, Poren zu verstopfen und Unreinheiten auszulösen. Besonders dort, wo die Haut über viele Poren verfügt — wie im Gesicht und am Rücken — solltest Du diese Öle besser meiden. Allerdings ist anzumerken, dass trockene Haut komedogene Öle grundsätzlich besser verträgt als ohnehin zu Unreinheiten neigende ölige Haut. Deshalb können sie bei sehr trockenen Stellen wie Schienbeinen, Ellenbogen oder Händen in der Regel bedenkenlos verwendet werden. Auch die Jahreszeit spielt eine Rolle — im Winter kann trockene Haut auch mit eigentlich komedogenen Ölen gepflegt werden, ohne direkt mit Pickeln zu reagieren. Typische stark komedogene Öle sind Kokosöl, Palmöl, Leinöl und Weizenkeimöl. Aber nicht nur natürliche Öle können komedogen wirken — gerade Mineralölen wird neben ihren umweltschädlichen Aspekten oft ein hoher Komedogenitätsgrad nachgesagt.
Liste der komedogenen und nicht komedogenen Öle
Nicht komedogene Öle (Komedogenitätsgrad = 0–1)
| Öl | Komedogenitätsgrad |
|---|---|
| Arganöl | 0 |
| Cacay Öl | 0 |
| Hanföl (& CBD-Öl auf Hanfbasis) | 0 |
| Kaktusfeigenkernöl | 0 |
| Sheabutter | 0 |
| Jojobaöl | 0 |
| Blaubeersamenöl | 0–1 |
| Brokkolisamenöl | 0–1 |
| Distelöl | 0–1 |
| Himbeersamenöl | 0–1 |
| Johannisbeersamenöl | 0–1 |
| Gojibeerensamenöl | 0–1 |
| Mohnöl | 0–1 |
| Sacha Inchi-Öl | 0–1 |
| Wassermelonenkernöl | 0–1 |
| Babassuöl | 1 |
| Krambeöl (Abessinisches Samenöl / Abyssinian-Öl) | 1 |
| Amla-Öl | 1 |
| Emu-Öl | 1 |
| Granatapfelkernöl | 1 |
| Wildrosenöl (bzw. Hagebuttenöl) | 1 |
| Neemöl | 1 |
| Ringelblumenöl | 1 |
| Rizinusöl | 1 |
| Sanddornöl | 1 |
| Squalan | 1 |
| Traubenkernöl | 1 |
| Gurkensamenöl | 1 |
| Kiwisamenöl | 1 |
| Wiesenschaumkrautöl | 1 |
| Mariendistelöl | 1 |
| Erdbeersamenöl | 1 |
| Haselnussöl | 1 |
Neutrale Öle (Komedogenitätsgrad = 2)
| Öl | Komedogenitätsgrad |
|---|---|
| Bienenwachs | 0–2 |
| Sonnenblumenöl | 0–2 |
| Tomatensamenöl | 0–2 |
| Holunderbeersamenöl | 1–2 |
| Guavensamenöl | 1–2 |
| Maracujaöl | 1–2 |
| Haferöl | 1–2 |
| Perillaöl | 1–2 |
| Pflaumenkernöl | 1–2 |
| Walnussöl | 1–2 |
| Acai-Beeren-Öl | 2 |
| Andirobaöl | 2 |
| Amaranthöl | 2 |
| Baobab-Öl | 2 |
| Borretschöl | 2 |
| Buriti-Frucht-Öl | 2 |
| Erdnussöl | 2 |
| Macadamianussöl | 2 |
| Paranussöl | 2 |
| Preiselbeersamenöl | 2 |
| Grapefruitsamenöl | 2 |
| Karanjaöl | 2 |
| Kukuinussöl | 2 |
| Mangobutter (bzw. Mangokernöl) | 2 |
| Pfirsichkernöl | 2 |
| Pekannussöl | 2 |
| Pinienkernöl | 2 |
| Kürbissamenöl | 2 |
| Schwarzkümmelöl | 2 |
| Tamanuöl | 2 |
| Reiskleieöl / Reiskeimöl | 2 |
Komedogene Öle (Komedogenitätsgrad = 3–5)
| Öl | Komedogenitätsgrad |
|---|---|
| Aprikosenkernöl | 2–3 |
| Mandelöl | 2–3 |
| Nachtkerzenöl | 2–3 |
| Olivenöl | 2–3 |
| Senföl | 2–3 |
| Sapoteöl | 2–3 |
| Sesamöl | 2–3 |
| Pfirsichkernöl | 2–3 |
| Avocadoöl | 3 |
| Baumwollsamenöl | 3 |
| Dattelsamenöl | 3 |
| Maiskeimöl | 3 |
| Sojaöl | 3 |
| Karottenöl | 3–4 |
| Kokosöl | 3–4 |
| Leindotteröl | 3–4 |
| Marulaöl | 3–4 |
| Cupuacubutter | 4 |
| Kakaobutter | 4 |
| Palmöl | 5 |
| Weizenkeimöl | 5 |
| Leinöl | 5 |
| Mineralöl | 5 |
